"Fellnasen vom Pfälzerwald"

Zucht von mongolischen Rennmäusen

Herkunft:

Mongolische Rennmäuse gehören der Klasse der Säugetiere und der Ordnung der Nagetiere  an. Sie gehören zur Familie der „Wühler“ (Cricetidae)  und werden hinsichtlich der Untergruppe als Rennmäuse (Gerbillinae) eingestuft, weshalb sie häufig als „Gerbile“ (englischer Sprachgebrauch) bezeichnet werden, obwohl sie in der Unterkategorie zur Gattung der Sandmäuse (Meriones) gehören.                                                                                   In ihrer natürlichen Umgebung haben sie ein agoutifarbenes Fell, mit hellerem Fell im Bauchbereich. In der Heimtierhaltung findet man jedoch mittlerweile vielerlei andere Farbschläge.                                           


Rennmäuse leben in  Form von streng ranggeordneten Familienverbänden in den Sandsteppen, Halbwüsten und Graslandschaften der Mongolei und Nordchina bis nach Südsibirien. Der Familienverbund besteht immer nur aus einem fortpflanzungsfähigen Paar und seinem Nachwuchs. Die Jungtiere bleiben mitunter bis zur achten Lebenswoche oder länger bei ihren Eltern, so können zwar größere Familiengruppen entstehen, jedoch pflanzen sich ausschließlich die Elterntiere innerhalb einer Gruppe fort.                                                                        

In ihrer Heimat graben und bauen sie sich zum Schutz vor Fressfeinden (Vögel, Steppenfüchse etc.) und Witterungseinflüssen (Kälte/Hitze) unterirdische Gänge, Schlafnester und Vorratskammern in Form von komplexen Höhlensystemen in bis zu 1,50 Metern Tiefe mit einer Ausdehnung von 4-8 qm. In diesen Höhlen und Nestkammern legen die Rennmäuse ihre Nahrungsvorräte an und ernähren sich vorzugsweise von Samen, Nüssen, Wurzeln sowie kleinen Früchten und Wüstenpflanzen. Bei Futtermangel sind sie in der Lage ihr Revier um bis zu 50 km zu verlegen. Gegenüber fremden Artgenossen verteidigen sie ihr Revier bis zum Tod gnadenlos, was auch ihre wissenschaftliche Namensgebung, nämlich „meriones unguiculatus“ (Übersetzung = Krieger mit Krallen) stark beeinflusste.

Wissenschaftlich dokumentiert wurde die mongolische Rennmaus erstmals 1866 durch den französischen Biologen Pater Abbé David, der auf seiner Reise durch die Mongolei die kleinen Nager schriftlich als „gelbe Ratten mit langen haarigen Schwänzen“  bezeichnete. Im Jahr 1935 wurden 20 Zuchtpaare der mongolischen Rennmäuse gefangen und in Japan als medizinische Versuchstiere gezüchtet, von wo aus sie, ebenfalls zu Forschungszwecken, ab den 1950er Jahren nach Nordamerika und Europa gelangten. Folglich ist davon auszugehen, dass alle in Gefangenschaft lebende Rennmäuse von diesen 20 gefangenen Zuchtpaaren abstammen. 1995 wurden weitere Rennmäuse ihrem natürlichen Lebensraum entnommen, mit welchen jedoch die Zucht in Gefangenschaft nur stellenweise gelang. Obwohl die Nachzucht von Wildfängen aufgrund ihrer Reinerbigkeit sehr interessant scheint,  gehen heute nur noch sehr selten Wildfänge in die Zucht mit ein. Als „Haustier“ gewann die mongolische Rennmaus erst nach 1970 zunehmend an Bekanntheit, deren Beliebtheit seither stetig zunahm.