"Fellnasen vom Pfälzerwald"

Zucht von mongolischen Rennmäusen

Die Anschaffung einer Rennmaus:

Auch wenn es sich bei mongolischen Rennmäusen um eher kleine Haustiere handelt, brauchen die Tiere tägliche Versorgen, ein ausreichendes Platzangebot und Pflege (vor allem ältere und kranke Mäuse) während ihrer gesamten Lebensdauer. Als Haustiere sind Rennmäuse zwar eher pflegeleicht, dennoch haben sie Bedürfnisse, die vom Halter erfüllt werden müssen.


Achtung: Eine Rennmaus ist kein "Spieltier" oder "Kuscheltier". Rennmäuse werden eher als "Beobachtungstiere" verstanden und sind deshalb für Kinder nur bedingt geeignet. Bei der Haltung sowie auch im Ummgang mit den Tieren benötigen Kinder unbedingt die Unterstützung von Erwachsenen!

 

Der Kauf/Erwerb: Zoofachhandel, Internet, Züchter, etc.

  • Zoofachhandel: der Kauf beim Zoofachhandel oder der Kleintierabteilungen in Baumärkten ist zeitsparend, man bekommt alles Nötige auf einen Schlag: Aquarium/ Terrarium, Futter, Näpfe, Trinkflachen, Einrichtungsgegenstände (Schlafhäuschen, Nester,…) und die Rennmäuse. Betrachtet man allerdings die Tatsache unter welchen Bedingungen die Rennmäuse im Zoofachgeschäft gehalten werden, entspricht diese Art und Weise keinesfalls einer artgerechten Lebensweise. Oftmals sitzen große Gruppen von Rennmäusen in viel zu kleinen Aquarien, haben kaum Versteckmöglichkeiten, wenig Einstreu, sind nicht nach Geschlechtern getrennt, werden falsch ernährt und warten sehnsüchtig auf neue Besitzer. Häufig handelt es sich um Jungtiere, die viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. Kostengünstig sind die Mäuse natürlich auch -> Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Bei Nachfragen erklären die Angestellten/Verkäufer gerne, dass es sich natürlich um Rennmäuse von einem liebevollen, fachkundigen Züchter ihres Vertrauens handelt, der die Gesundheit der Tiere garantiert.                                                    Beachte: Die Beratung des Verkäufers ist lediglich am Verkauf orientiert, nicht an der Gesundheit oder am Fachwissen hinsichtlich der Tierhaltung. Die Angestellten sind keine ausgebildeten Tierpfleger sondern ausgebildete Verkäufer!                                                                Bei dem liebevollen, fachkundigen Züchter handelt es sich in der Regel um einen sog. „Massenvermehrer“ oder in seltenen Fällen um ungeplante „Kinderzimmervermehrung“. In solchen Massenvermehrungszuchten werden die Zuchtpaare in viel zu kleinen Boxen mit geringer Einstreu gehalten, sehen kein Tageslicht, bekommen ausschließlich kostengünstiges Trockenfutter (wenig Haltungskosten=hohe Gewinnspanne) und verbringen ihr kurzes Leben lediglich zum Zuchtzweck. Meist sterben die Elterntiere aufgrund des Zuchtstresses und der unzureichenden Lebensbedingungen sehr früh. Die Jungtiere werden viel zu früh von den Elterntieren getrennt und an den Zoofachhandel verkauft. Auch hier gilt das Prinzip des schnellen Verkaufs zur Erhöhung der Gewinnspanne. Zusätzlich bevorzugen viele Kunden kleine, niedliche Jungtiere, wobei ihnen nicht bewusst ist, dass diese Jungtiere aufgrund der frühen Trennung weder gut sozialisiert noch gesund sind. Das Immunsystem ist nicht vollständig entwickelt, weshalb viele dieser Babys nicht mal den Transport vom Vermehrer zum Zoogeschäft überleben, die Sterberate beim Transportweg liegt bei rund 20 Prozent.                                                                Weitere Interessante Infos zum Thema Zooläadenkäufe finden sich auf Homepage des "Aufklärungsprojektes gegen Zooladenkäufe".                                         

 

  • Internet: Innerhalb der letzten Jahre verfielfacht sich die Zahl der Tierverkäufe zunehmend. Auf unterschiedlichen Internetplattformen, wie „Ebay Kleinanzeigen“, „Quoka“, „deine Tierwelt“ usw. finden sich diverse Verkaufsangebote von mongolischen Rennmäusen. Grundsätzlich ist in diesem Zusammenhang nicht der Erwerb übers Internet an sich als schlecht zu bewerten, jedoch sollte man auch gerade bei solchen Verkäufen via Kleinanzeigen Vorsicht walten lassen. Auch hierbei kann es sich um „ungeplante Vermehrung“ durch Fehlkäufe, profiteinnehmende „Massenvermehrer“ oder unseriöse Züchter handeln. Es lohnt sich genau darauf zu achten, wie der Verkäufer die Tiere anbietet, zu welchem Preis, in welchem Alter usw. Am besten Überzeugt man sich vor Ort von der Haltung und der Gesundheit der Tiere. Nach Möglichkeit sollten die Elterntiere unbedingt angeschaut werden.          Auch ich habe im Zusammenhang mit Kleinanzeigen bereits positive sowie leider auch negative Erfahrungen gesammelt.

 

  • Züchter:Der Begriff des Züchters ist in Deutschland bei der Tierart der mongolischen Rennmäuse im Vergleich zu anderen Tierarten, wie Hund und Katze, nicht geschützt. Es existieren aus diesem Grund keine prüfenden oder kontrollierenden Instanzen, somit trägt der Käufer die Verantwortung sich ausreichend zu informieren und zu prüfen wo und wie er eine Rennmaus erwirbt. Nicht jeder Züchter züchtet mit Wissen und Verstand! Zu beachten ist in diesem Zusammenhang klare Transparenz: Holt Euch umfassende Informationen zur Haltung, zu den Elterntieren, zum Zuchtverfahren, zu den Zuchtzielen, Wurfpausen, Transportmöglichkeiten etc. ein. Seriöse Züchter „verscherbeln“ ihre Tiere nicht kostengünstig an Jeden, sondern informieren sich auch über den Käufer. Aus Mitleid oder mit ungutem Bauchgefühl ein Tier zu erwerben ist der falsche Weg. Auch diese Erfahrung habe ich persönlich gemacht.

 

  • Tierheime: Grundsätzlich empfiehlt sich der Erwerb von Rennmäusen aus einem nahegelegenen Tierheim. Viele Tierheime und Auffangstationen sind von ungewollten Vermehrungen überfüllt. Oftmals hoffen dort gesunde, auch junge Tiere, auf ein neues liebevolles Zuhause. Gerade in Tierheimen werden die Tiere umfassend ärztlich untersucht und durchgecheckt. Zusätzlich werden die Tiere von fachkundigem Personal versorgt. Auch beim Erwerb im Tierheim sollte darauf geachtet werden, keine Maus in Einzelhaltung (außer zur Vergesellschaftung) zu erwerben. Ich selbst habe mit ortsansässigen Tierheimen bisher positive Erfahrungen gemacht, so stammten meine beidem ersten eigenen Rennmäuse aus dem Tierheim.  

 

Beachte: Unabhängig davon wo die Tiere erworben werden, sollte unbedingt auf die Gesundheit der Rennmäuse geachtet werden: Augen, Nase, After sollten nicht verklebt sein, das Fell sollte glatt anliegen - nicht struppig abstehen, die Rennmäuse sollten sich lebhaft verhalten. Die Geschlechter der Rennmäuse sollten eindeutig bestimmt sein. Der Erwerb von zwei gleichgeschlechtlichen Tieren beugt ungeplanter Vermehrung vor! Ebenso können im Anschluss an eine Kastration zwei geschlechtsgemischte Rennmäuse als Gruppe zusammengehalten werden, jedoch führen nicht alle Tierärzte eine Kastration bei Rennmäusen durch.